Klasse: Silikate (komplexes Silikat)Turmalin
Genese: Pegmatitisch (Magmatisch, Turmaline bilden sich relativ spät in „miarolitischen“, z.T. hydrothermal beeinflussten Hohlräumen pegmatitischer Körper)
Bekannte Varietäten: Rubellit, Canary-Turmalin, Chrom-Turmalin, Verdelith, Indigolith
Farben: Rot, Gelb, Grün, grünblau, Neon-blau und Neon-Grün (Paraiba-Turmalin wenn Kupfer und Mangan farbverursachend sind).
Härte: 7
Optische Effekte: Katzenaugeneffekt
Wichtigste Vorkommen: Brasilien, Kongo, Rwanda, Tansania, USA

 

Turmaline zeigen häufig eine starke Farbzonierung. Homogen gefärbte mit wenig Farbänderung in unterschiedlichen Betrachtungsrichtungen sind sehr selten und begehrt.

Im Schmuckbereich existieren sog. „Wassermelonen-Turmaline“, welche einen unterschiedlichen Farbaufbau von Innen nach Außen zeigen. Häufig wird dieses Material als Scheiben in Ohrringen u.ä. verwendet. Turmalin wurde in der Vergangenheit von den Seefahrern als Pfeifenreiniger benutzt. Dazu nutzte man bestimmte Turmaline, erhitzte sie, wodurch sie eine Oberflächenaufladung erhielten. Diese Aufladung ist ähnlich der Luftballons, die man an einem Pullover reibt und einem die Haare zu Berge stehen lässt. Mit dieser Eigenschaft wurden Turmaline in die Seefahrer-Pfeifen hineingehalten, um die Asche herauszuziehen. Ein historischer Begriff für einige schwarze und dunkelgrüne Turmaline ist daher Aschenzieher „Aschentrekker“.

Turmaline gehören zu den Mineralen, mit den interessantesten Einschlüssen. Da Turmaline in Edelsteinqualität sehr wenige Einschlüsse haben, muss man nach diesen suchen. Doch wenn die Einschlüsse häufiger und gut ausgeprägt sind zeigt sich die Dynamik der Natur in ihnen sehr schön. Flüssigkeitseinschlüsse, die wie auseinandergezogene Tücher aussehen lassen eine Ahnung von der Wechselwirkung aus fest und flüssig beim Kristallisationsprozess erahnen.

Heute möchten viele Minen die Turmalinstufen erhalten. Stufen mit einigen Einzelkristallen auf Muttergestein erreichen bei Auktionen Preise bis zu 1. Mio. Euro.